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Rosenberg, Louis

Nachname: Rosenberg
Vorname(n): Louis
Geburtstag: 20.07.1875
Geburtsort: Hamm/Sieg
Wohnort(e): Hamm/Sieg; 
Betzdorf; 
Adolf-Hitler-Straße 83 (heute Sandstraße 167), Siegen; 
Kibbuz Ayelet HaShahar, Israel
Beruf(e): Kaufmann
Religion: jüdisch
Fluchtziel(e): nicht geflohen
Deportationsdatum: 27.07.1942
Haftort(e): KZ Theresienstadt; Lager für DP Deggendorf/Bayern (nach Befreiung)
Todesdatum: 04.02.1953
Todesort: Kibbuz Ayelet HaShahar, Israel
Biografie:
Vater Meyer Rosenberg war in zweiter Ehe mit Sibilla geb. Daniel (1850-1911) verheiratet. Louis hatte drei Geschwister und fünf Halbgeschwister. Er war verheiratet mit Sabina geb. Stern, geboren am 4. Juli 1884 in Gilserberg/Schwalm-Eder-Kreis, die am 18. Februar 1935 nach Köln in die Fallerstraße 95 verzog. Das Ehepaar lebte getrennt. Der Verbleib von Sabina Rosenberg ist unbekannt. Ihr Wandergewerbeschein für Textilien von 1927 ist im Aktiven Museum ausgestellt. Drei Kinder wurden geboren: Herbert, geboren am 27. Januar 1906, gestorben am 20. Oktober 1906, in Hamm/Sieg beerdigt, Herta, geboren am 27. August 1907 in Betzdorf, zuletzt wohnhaft in Kassel, verschollen, und Willy, geboren am 24. September 1914 in Betzdorf, gestorben 1990 in Israel.
Louis Rosenberg war zeitweise Eigentümer eines Konfektionsgeschäfts in Betzdorf, Viktoriastraße 11. Er besaß ebenfalls einen Wandergewerbeschein. Sohn Willy Rosenberg war Verkäufer bei Leonhard Tietz in Siegen. Er floh bereits 1933 nach Frankreich. Bevor er nach Palästina auswandern konnte, arbeitete er jahrelang bei Bauern in Frankreich und Luxemburg. Mit seiner Frau Nusia hatte er drei Söhne: Rami, Jizchak und Eliezer. Willy Rosenberg hat 1968 und danach mehrfach die Heimatstadt Betzdorf besucht.
Louis Rosenberg wurde am 1. September 1936 von den Nationalsozialisten mit dem Ehrenkreuz für Frontkämpfer im Ersten Weltkrieg ausgezeichnet. Am 1. Oktober 1938 zog er von Betzdorf nach Siegen in das Haus seines Bruders Julius, damals Adolf-Hitler-Straße 83 (heute Sandstraße 167). Mit weiteren Siegerländer und Wittgensteiner Juden wurde er am 27. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert. Er erlebte am 6. Mai 1945 die Befreiung durch die Sowjetische Armee. Bis Mitte Juli 1945 blieb er im KZ, anschließend wurde er im Lager für Displaced Persons in Deggendorf/Bayern interniert. Die Briefe seiner Geschwister aus den USA und Israel sind erhalten. In der Korrespondenz befinden sich auch Briefe von Marta Nies, einer Freundin von Berta Levi, die für Louis Geld aufbewahrt hatte. Erst am 13. August 1947 durfte er mit Erlaubnis der Engländer das Lager verlassen und nach Palästina zu seinem Sohn Willy übersiedeln. Enkelsohn Eliezer Rosenberg lebt mit seiner Familie in Dänemark. Er und seine Frau Pia besuchten 2008 Betzdorf und Siegen.
 
Traute Fries, 2011
Quellenangabe: Stadtarchive Betzdorf und Siegen: Personenstandsakten, diverse Adressbücher. Veröffentlicht auf Bitte seines Enkelsohnes Eliezer Rosenberg und seiner Frau Pia in Dänemark.
Verlegedatum Stolperstein: 17.04.2010
Verlegeort Stolperstein: Sandstraße 167, Siegen
Louis Rosenberg

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