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Löwenstein, Siegfried

Nachname: Löwenstein
Vorname(n): Siegfried
Geburtstag: 24.12.1874
Geburtsort: Kraftsolms bei Wetzlar
Wohnort(e): Kraftsolms ; 
Unterhainweg 24, Siegen
Beruf(e): Kaufmann
Religion: jüdisch
Fluchtziel(e): nicht geflohen
Deportationsdatum: 10.11.1938
Haftort(e): KZ Sachsenhausen (10.11.-28.11.1938)
Todesdatum: 01.12.1938 (Suizid)
Todesort: Siegen
Biografie: Der Kaufmann Siegfried Löwenstein verzog nach dem Ersten Weltkrieg mit seiner Familie nach Siegen in den Unterhainweg 24. Laut Adressbuch von 1925 betrieb er in der Marburger Straße 35 eine Manufakturwarenhandlung. Tochter Betty heiratete 1929 den Wäschevertreter Hermann Windecker (geb. am 3. August 1892 in Lich bei Gießen). Das Ehepaar wohnte in der Marburger Straße 55. Der Schwiegersohn stieg in das Geschäft seines Schwiegervaters ein. Die Ehe der Windeckers blieb kinderlos.
Im Rahmen des Novemberpogroms 1938 wurden in Siegen alle jüdischen Männer im Gefängnis der Stadt im Rathaus inhaftiert und anschließend in das Konzentrationslager Sachsenhausen verbracht. Aus Verzweiflung über den Abtransport ihrer Ehemänner töteten sich die 66-jährige Frieda Löwenstein und ihre 39-jährige Tochter Betty am 14. November. Nach Rückkehr der Ehemänner aus der KZ-Haft am 28. November brach Siegfried Löwenstein zusammen und wurde in das Stadtkrankenhaus eingeliefert. Nach seiner Entlassung tötete auch er sich kurz vor Vollendung des 64. Lebensjahrs am 1. Dezember. Eltern und Tochter sind auf dem jüdischen Friedhof in der Hermelsbach beerdigt. Schwiegersohn Hermann Windecker konnte am 2. März 1939 in die USA fliehen.
 
Klaus Dietermann, 2013
Fotoquelle: AMS
Quellenangabe: GB BA Berlin; Thiemann, Walter: Von den Juden im Siegerland, Siegen 1968; Dietermann, Klaus: Jüdisches Leben in Stadt und Land Siegen, Siegen 1998
Verlegedatum Stolperstein: 24.06.2013
Verlegeort Stolperstein: Unterhainweg 24, Siegen
Unterhainweg 24, Siegen