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Buchheim, Max

Nachname: Buchheim
Vorname(n): Max
Geburtstag: 07.06.1899
Geburtsort: Wohra, Kirchhain (Hessen)
Wohnort(e): Wohra; 
Schwarzenau; 
Laasphe (heute Bad Laasphe)
Beruf(e): kein Beruf
Religion: jüdisch
Fluchtziel(e): nicht geflohen
Deportationsdatum: 29.07.1942
Haftort(e): KZ Sachsenhausen November 1938; KZ Theresienstadt
Todesdatum: 28.03.1943
Todesort: KZ Theresienstadt
Biografie: Max Buchheim wurde am 7. Juni 1899 in Wohra bei Kirchhain geboren. Seine Eltern waren der Handelsmann Hirsch Buchheim und seine Frau Zilli, geb. Katz. Max war der jüngere Bruder vom Emma und Bertha Buchheim.
 
Max Buchheim lebte bis Ende September 1937 bei der Familie eines Bruders in Wohra und zog dann zu seiner Schwester Emma Buchheim nach Schwarzenau. Max Buchheim war geistig behindert und wurde als „ohne Beruf“ genannt.
 
In der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 wurde Max Buchheim vom örtlichen Mob unter Führung des NSDAP-Ortsgruppenleiters Alfred Feige angegriffen, verletzt und im örtlichen Spritzenhaus für mehrere Tage eingesperrt. Anschließend wurde er verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen bei Oranienburg gebracht, seine Häftlingsnummer dort war 11546. Am 15. Dezember 1938 wurde Max nach Schwarzenau entlassen. 
 
Max’ Schwester Emma Buchheim wurde am Morgen des 8. April 1942 in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Nach dem Tode seiner Schwester Emma wurde Max Buchheim auf Anraten des Hausarztes dem Gesundheitsamt in Berleburg vorgestellt. Ein Amtsärztliches Zeugnis vom 22. April 1942 stellt fest, dass Max Buchheim leichte Arbeiten ausführen könne, aber nicht in der Lage sei, sich selbst zu versorgen. Es sei eine Aufnahme in eine geeignete Pflegeanstalt notwendig.   
Es ist nicht feststellbar, wo Max Buchheim sich in der Zeit nach dem Tode seiner Schwester aufhielt und wer ihn versorgte. Möglich ist, dass er bei Verwandten in Laasphe lebte.
 
Am Montag, dem 27. Juli 1942 wurde Max Buchheim von Laasphe oder von Schwarzenau aus deportiert. Zusammen mit der Familie Elsoffer aus dem Nachbarhaus in Schwarzenau befand er sich in dem Bus, der von Laasphe über Schwarzenau und Berleburg nach Dortmund fuhr. Das Landratsamt des Kreises Wittgenstein hatte am 25. Juli 1942 bei der Firma Messerschmidt in Laasphe den Bus zum Transport der jüdischen Bürger gechartert. Mit dem Transport X/1 vom 30. Juli 1942 wurde Max Buchheim von Dortmund in das Konzentrationslager Theresienstadt gebracht. Dort wurde als Wohnort die Adresse von Verwandten in Laasphe in der damaligen Wasserstraße 7 genannt. Im Konzentrationslager Theresienstadt überlebte er fast acht Monate. Max Buchheim starb am 28. März 1943. Die Leiche wurde im Krematorium Theresienstadt eingeäschert.
 
 
Am 15. September 2016 wurde an der Stelle des ehemaligen Hauses Buchheim vor der Infotafel des Heimatvereins in der Alexander-Mack-Straße im Bad Berleburger Ortsteil  Schwarzenau ein Stolperstein zum Gedenken an Max Buchheim verlegt.
 
Hartmut Prange, Oktober 2016
Fotoquelle: Marion Warner, USA, Nichte von Emma und Max Buchheim; AMS Archiv
Quellenangabe: Ulrich Friedrich Opfermann, „Mit Scheibenklirren und Johlen“, Siegen 2009, Seiten 108f und 138. Gedenkbuch des Bundesarchivs, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/. Gedenkstätte Sachenhausen, Mitteilung vom 8. Januar 2016 an Frau Gina Burgess Winning, England, die Großnichte von Max Buchheim. Schreiben des ITS Arolsen an Frau Gina Burgess Winning vom 17. Dezember 2008. Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, Akte des Staatlichen Gesundheitsamtes des Kreises Wittgenstein, Az.: 511-01-5 [1941-1943].
Verlegedatum Stolperstein: 15.09.2016
Verlegeort Stolperstein: Alexander-Mack-Straße, Bad Berleburg-Schwarzenau
Max Buchheim

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