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Holländer, Joseph

Nachname: Holländer
Vorname(n): Joseph
Geburtstag: 13.09.1884
Geburtsort: Elsoff
Wohnort(e): Elsoff; 
Dammstraße 198, Hilchenbach (heute Nr. 11); 
Mühlenweg 281, Hilchenbach (heute Nr. 25)
Beruf(e): Metzger und Viehhändler
Religion: jüdisch
Fluchtziel(e): nicht geflohen
Deportationsdatum: 28.04.1942
Haftort(e): Zamosc
Todesdatum: unbekannt
Todesort: Zamosc
Biografie:
Julie und Joseph Holländer heirateten 1914 und wohnten in der Dammstraße 198 (heute Nr. 11), später im Mühlenweg 281 (heute Nr. 25) in Hilchenbach. Joseph Holländer war das älteste von acht Kindern der Eheleute Levi (1851-1939) und Sophie (1855-1940) Holländer geb. Löwenstein. Er nahm ebenso wie seine Brüder Hugo (1891-1943), Willi (1893-1943) und Arthur (1895-1916) von 1915 bis 1918 am Ersten Weltkrieg teil, wobei Letzterer bereits 1916 in Frankreich ums Leben kam.

Joseph Holländer arbeitete als Metzger und Viehhändler in der Bruchstraße 62. Im Zuge der Arisierung mussten die jüdischen Bürger ihre Geschäfte verkaufen und die Männer konnten nur noch als Hilfsarbeiter tätig sein. Joseph Holländer war ab Oktober 1938 Fabrikarbeiter bei der Firma Schneck & Co. in Geisweid.

Drei Kinder wurden in Hilchenbach geboren. Ruth, geboren am 9. Januar 1915, absolvierte von 1929 bis 1932 eine Lehre als Verkäuferin in Wanfried a. d. Werra. Bis 1936 hat sie in Brühl bei Bonn gearbeitet, danach bis 1937 in Stuttgart. Im selben Jahr wanderte sie nach New York aus, wo sie am 19. März 1939 Sigmund Fischler aus Leipzig heiratete. Dort wurde Sohn Roger geboren, der heute in Ottawa lebt. Sie ist am 2. Dezember 1982 in New York verstorben.
Die zweite Tochter, Selma Edith, geboren am 17. September 1920, emigrierte 1939 über England nach New York. .
Sohn Artur, geboren am 7. April 1925, wurde im Alter von 17 Jahren zusammen mit seinen Eltern in Zamosc ermordet.
An Joseph Holländer erinnert eine Gedenktafel am jüdischen Friedhof in Elsoff.
Klaus Dietermann, 2011
Fotoquelle: Archiv AMS
Quellenangabe: GB BA Berlin; Thiemann, Walter: Von den Juden im Siegerland, Siegen 1968; Elkar, Rainer S.: Menschen - Häuser - Schicksale Hilchenbach zwischen Monarchie, Diktatur und Republik, Kreuztal 1992; Dietermann, Klaus: Familie Levi Holländer Ein jüdisches Schicksal aus Hilchenbach, Siegen 1998; Piorr, Ralf (Hg): Ohne Rückkehr, Essen 2012, S. 71
Verlegedatum Stolperstein: 30.04.2008
Verlegeort Stolperstein: Mühlenweg 25, Hilchenbach
Julie und Joseph Holländer

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