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Holländer, Lothar

Nachname: Holländer
Vorname(n): Lothar
Geburtstag: 03.09.1932
Geburtsort: Hilchenbach
Wohnort(e): Mühlenweg 281, Hilchenbach (heute Nr. 25)
Beruf(e): Schüler
Religion: jüdisch
Fluchtziel(e): nicht geflohen
Deportationsdatum: 28.02.1943 nach Dortmund bestellt zusammen mit seiner Mutter
Todesdatum: unbekannt
Todesort: Vernichtungslager Auschwitz
Biografie:
Willi und Gerti Holländer (geb. Sonnheim) heirateten am 2. April 1927 in Neuhemsbach bei Kirchheimbolanden und wohnten danach im Mühlenweg 281 (heute Nr. 25) in Hilchenbach. Willi Holländer war das fünfte von acht Kindern der Eheleute Levi (1851-1939) und Sophie (1855-1940) Holländer geb. Löwenstein. Er nahm ebenso wie drei seiner Brüder (siehe Gedenkblatt für die Familie Joseph Holländer) am Ersten Weltkrieg teil.

Willi Holländer war gelernter Kaufmann und übernahm das Geschäft seines Vaters. Er handelte mit landwirtschaftlichen Produkten, Futtermitteln und Fellen. Für sein Geschäft, das er bis 1935 betrieb, hatte er nach dem Krieg im Mühlenweg eine Lagerhalle angemietet. Infolge der Arisierung konnte Willi Holländer nur noch als Hilfsarbeiter tätig sein. Er arbeitete im Tiefbau bei der Firma Johannes Mankel in Siegen und für die Firma Berg in Weidenau. Er war zuletzt Holzfäller bei der Firma Berg in den Forstrevieren Hohenroth und am Lahnhof.

Nach der Deportation am 28. April 1942 von Siegen nach Zamosc waren Willi und Gerti Holländer und ihre Söhne neben Röschen Hony die letzten jüdischen Bewohner Hilchenbachs. Am 28. Februar 1943 hatte sich Elisabetha Holländer mit ihrem 10-jährigen Sohn Lothar bis 18 Uhr in Dortmund, Brakeler Hellweg 113a, bei der Gestapo zu melden. Sie kamen am folgenden Tag auf Transport nach Osten. Ihr Ehemann Willi war mit dem 15-jährigen Sohn Arno Alfred bereits am Vortag nach Dortmund bestellt worden. Am 3. März erreichte der Zug Auschwitz.
 
Klaus Dietermann, 2011
Fotoquelle: AMS
Quellenangabe: GB BA Berlin; Thiemann, Walter: Von den Juden im Siegerland, Siegen 1968; Elkar, Rainer S.: Menschen - Häuser - Schicksale Hilchenbach zwischen Monarchie, Diktatur und Republik, Kreuztal 1992; Dietermann, Klaus: Familie Levi Holländer Ein jüdisches Schicksal aus Hilchenbach, Siegen 1998
Verlegedatum Stolperstein: 30.04.2008
Verlegeort Stolperstein: Mühlenweg 25, Hilchenbach
Mühlenweg 25, Hilchenbach